Magen-Darm-Grippe in der Schwangerschaft



Magen-Darm-Grippe bei einer Schwangerschaft Wer schwanger mit dem Norovirus oder Magen-Darm-Bakterien infiziert worden ist, macht sich natürlich große Sorgen, welche Auswirkungen dies auf das ungeborene Kind haben könnte. Zunächst können werdende Mütter beruhigt werden, was die Ansteckungsgefahr angeht – diese ist nämlich praktisch nicht vorhanden. Noroviren und Magen-Darm-Bakterien befinden sich ausschließlich im Magen-Darm-Trakt und nicht im Blut, können also nicht durch die Nabelschnur auf das Baby übertragen werden.

Gefahren für Mutter und Kind



Allerdings kann eine Infektion der Mutter trotzdem Auswirkungen auf das ungeborene Baby haben. Der Flüssigkeitsbedarf ist in der Schwangerschaft bekanntlich höher. Dies trifft in erhöhtem Maße auf eine mit Magen-Darm-Grippe infizierte Mutter zu, da durch den Durchfall und das Erbrechen vermehrt Flüssigkeit aus dem Körper ausgeschieden wird. Flüssigkeitsmangel in der Schwangerschaft führt zu:
  • Verstopfung
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • Schwindel
  • allgemeines Schwächegefühl
  • Unwohlsein
Auch Elektrolyte, also Mineralstoffe, können auf diese Weise mangelhaft zur Verfügung stehen und sollten in größeren Mengen zugeführt werden. Elektrolyte sind wichtig für Mutter und Kind, vor allem:
  • Natrium für einen optimalen Salzhaushalt
  • Magnesium zur Unterstützung der Muskelfunktion und zur Vorbeugung gegen Krämpfe
  • Kalzium für den Knochenaufbau des Babys
Wer aber weder trinken noch essen kann, weil alle zugeführten Flüssigkeiten sofort wieder erbrochen werden, sollte einen Arzt aufsuchen. Hier besteht nämlich die Gefahr einer Unterversorgung, die vielleicht nicht spurlos an Mutter und Kind vorübergeht. Der Arzt kann eine Elektrolytlösung aus der Apotheke empfehlen, bei bakteriellen Erregern können in besonders schweren Fällen auch Medikamente wie Antibiotika eingesetzt werden. Dies sollte aber gründlich abgewogen werden, da Antibiotika sehr wohl auch in den Blutkreislauf gelangen und somit über die Nabelschnur auch aufs Baby übertragen werden. Wenn der Flüssigkeits- und Elektrolytmangel die Mutter zu sehr belastet, kann auch ein mehrtägiger Aufenthalt im Krankenhaus mit Infusionen erwogen werden.

Vorbeugen in der Schwangerschaft



Kontakt mit infizierten Menschen meidenSchwangere Frauen sollten also vorsichtshalber auf den Kontakt mit infizierten Menschen verzichten und vor allem im Badezimmerbereich auf Hygiene achten. Wenn möglich, sollte das Badezimmer nicht mit infizierten Menschen geteilt werden.

Einen besonderen Fall stellt eine infizierte Schwangere kurz vor der Entbindung dar. Sollte bereits ein Krankenhaus zur Entbindung aufgesucht worden sein, müssen alle Verantwortlichen umgehend über die Infektion informiert werden, um eine weitere Verbreitung eindämmen zu können. Da die Viren und Bakterien auch außerhalb des Wirts noch tagelang eine Ansteckungsgefahr darstellen und bereits wenige Viren (ca.10) für eine Infektion reichen, sollten das Badezimmer und alle Türklingen gründlich gereinigt und desinfiziert werden, bevor das Neugeborene in die Wohnung kommt, da die Infektion für Neugeborene besonders schwerwiegend verlaufen kann.



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Videos zur Magen-Darm-Grippe

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Studien zur Magen-Darm-Grippe

Deutsche- und amerikanische Studien im Archiv.

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