Norovirus



Erste Entdeckung 1960Der Norovirus wurde erstmals Ende der 1960er Jahre entdeckt, es handelt sich um eine Gattung mit mehreren Spezies, die auch beim Menschen in unterschiedlicher Form auftreten. Daneben gibt es einen Nachweis über den Virus bei Schweinen, Rindern, Mäusen und sogar bei Austern. Bei einer Ansteckung und der nachfolgenden Infektion treten nach einer Inkubationszeit von 24 bis 36 Stunden die typischen Symptome der Gastroenteritis auf, also vorwiegend Brechdurchfälle. Die Dauer der Erkrankung fällt mit etwa drei Tagen relativ kurz aus, der Norovirus muss aber identifiziert werden, da er der Meldepflicht unterliegt.

Ansteckung und Symptome



Seit dem Jahr 2010 häufen sich Meldungen über Fälle von Norovirus-Erkrankungen, die als typische "Kreuzfahrtkrankheit" bezeichnet werden. Die Übertragung erfolgt aber keineswegs vorwiegend auf Kreuzfahrtschiffen, auch wenn über diese Fälle immer spektakulär berichtet wird. Die häufigsten Fälle sind in Krankenhäusern, Altenheimen und Schulen zu finden. Der Norovirus wird vorwiegend durch Schmierinfektion aus dem Stuhl infizierter Patienten übertragen, nach derzeitigem Erkenntnisstand aber nicht von Tier zu Mensch oder umgekehrt, weil offensichtlich in Tieren andere Stämme siedeln. Die Viren sind sehr resistent und überleben auch an Gegenständen, Hygiene und Desinfektion sind die wichtigsten Abwehrmaßnahmen. Bekannt ist im Jahr 2013 über den Norovirus:
  • Symptome: Gastroenteritis in heftiger Form, starkes Erbrechen und schlagartiger Durchfall
  • Inkubationszeit: 24 bis 36 Stunden, in Ausnahmefällen 6 Stunden (kürzestens) bis 50 Stunden (längstens)
  • Dauer: etwa ein bis drei Tage
  • Ansteckung: durch andere erkrankte Menschen und mangelnde Hygiene bei der Nutzung von Gemeinschaftstoiletten
  • Infektion: vorwiegend fäkal-oral zwischen Menschen, daneben durch Speisen, Getränke und Gegenstände, minimale Infektionsdosis 10 bis 100 Partikel
  • Nachweis: per Immunelektronenmikroskopie, RT-PCR Amplifikation viraler Nukleinsäuren oder antigen-EIA (virale Proteine werden nachgewiesen)
  • Meldepflicht: Noroviren sind meldepflichtig nach §§ 6, 7 IfSG (Infektionsschutzgesetz)
Achtung: Schnelle Ausbreitung in Gemeinschaften!In Gemeinschaften breitet sich der Virus sehr schnell aus, daher die "Kreuzfahrtschiffsymptomatik". Auch erfolgt die Übertragung sehr leicht, weil der Virus keinen Wirt braucht, um längere Zeit zu überleben. Er setzt sich praktisch auf der Türklinke der Toilette fest.

Wie eine US-amerikanische Studie aus Houston bestätigt, gibt es einen klinisch getesteten Impfschutz gegen Noroviren mit wenigen Nebenwirkungen. Mehr dazu siehe Studien.


Norovirus: Therapie und Prävention



Die Patienten werden ambulant behandelt, der hohe Flüssigkeits- und Elektrolytverlust kann bei älteren Personen und Kleinkindern eine kurzzeitige Hospitalisierung erfordern. Die Flüssigkeit wird therapeutisch ersetzt, antivirale Therapien gibt es nicht. Man wartet, bis der Norovirus den Wirt verlassen hat. Für die Prävention wird daher zu strikter Hygiene geraten, zudem müssen Gerichte vor allem mit Meeresfrüchten und Fisch sehr gut gegart werden. Das ist eine Vermutung, die aufgrund der "Kreuzfahrtschiffsymptomatik" geäußert wird. Die Erkrankten müssen neben einer ersten Bettruhe vor allem eine eigene Toilette benutzen und den Kontakt zu anderen Personen quarantäneartig meiden.



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